Shanghai – Ein vielversprechendes Antibiotikum namens Azithromycin (AZM) könnte die Behandlung von Parodontitis revolutionieren. Ein Forschungsteam der University of California unter der Leitung von Song Li entdeckte, dass dieses bifunktionelle Antibiotikum nicht nur das Wachstum schädlicher Bakterien hemmt, sondern auch das Immunsystem moduliert, um Entzündungen vorzubeugen.
Basierend auf dieser Entdeckung entwickelte das Team ein auflösbares Mikronadelpflaster. Durch die enthaltenen biologisch abbaubaren Mikropartikel ermöglicht es eine schmerzfreie, gezielte Verabreichung von AZM direkt an das Zahnfleischgewebe. In Laborversuchen zeigte sich, dass AZM entzündliche Zytokine reduziert und gleichzeitig entzündungshemmende Zytokine sowie M2-Makrophagen erhöht. Diese positiven Effekte wurden auch bei der Anwendung eines AZM-Mikronadelpflasters in vivo beobachtet, wobei zusätzlich eine verbesserte Gewebeheilung und Knochenregeneration festgestellt wurde.
Speziell für Patienten mit Parodontitis könnte dies eine neue Behandlungsmethode darstellen. Bisherige Behandlungen berücksichtigen aktuell nicht die Immunzellen des Körpers, sondern sind darauf fokussiert, die Mikroben im Mund zu beseitigen. Mit der „doppelten“ Wirkung von AZM könnten nicht nur heranwachsende Bakterien unterdrückt, sondern insbesondere die Immunreaktion gezielt moduliert werden.
Die Forschungsergebnisse bieten eine Grundlage für zukünftige Entwicklungen neuer Therapien, die nicht nur Parodontitis, sondern möglicherweise auch andere chronische Entzündungskrankheiten effektiver behandeln könnten.
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Quelle: Shanghai Jiao Tong University Journal Center/Medical Xpress
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