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Medikamentenzugang unter Druck: US-Preispolitik gefährdet neue Therapien in der Schweiz

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Mo. 28 September 2026

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Basel – Die Schweiz spürt bereits die Folgen der neuen US-Politik zur Senkung der Medikamentenpreise. Seit die USA angekündigt haben, Schweizer Preise als Referenz heranzuziehen, reichen Pharmaunternehmen rund ein Drittel ihrer neuen innovativen Arzneimittel nicht mehr für die Vergütung durch die Schweizer Krankenkassen ein. Die geplante Revision der Krankenversicherungsverordnung (KVV) könnte diese Entwicklung zusätzlich verschärfen.

Eine anonymisierte, aggregierte Umfrage unter den Mitgliedern von Interpharma belegt den erheblichen Einfluss der US-amerikanischen Most-Favored-Nation-Regelung (MFN): Zwischen Januar 2025 und Juni 2026 wurden aufgrund von MFN sieben von 22 neuen innovativen Arzneimitteln nicht zur Aufnahme in die Spezialitätenliste eingereicht. Bei drei weiteren verzichteten die Unternehmen sogar auf eine Zulassung durch Swissmedic. Damit hat die Schweizer Bevölkerung über die obligatorische Krankenversicherung keinen Zugang zu rund einem Drittel der neu entwickelten innovativen Arzneimittel. Es droht eine Zweiklassenmedizin.

Unter den aktuellen Rahmenbedingungen sehen sich die Hersteller zunehmend ausserstande, neue Therapien zeitnah in der Schweiz einzuführen, ohne dadurch ihre Preise in den USA zu gefährden. Die Auswirkungen von MFN sind somit bereits messbar und bedrohen den gleichberechtigten Zugang zu medizinischen Innovationen. Als US-Referenzland mit vergleichsweise niedrigen kaufkraftbereinigten Preisen ist die Schweiz besonders exponiert.

MFN verschärft einen bereits bestehenden negativen Trend: Eine Studie mit Daten von 2021 bis 2024 zeigt, dass in der Schweiz über die Spezialitätenliste des BAG im Vergleich zu Deutschland nur rund die Hälfte der neuen Therapien verfügbar ist.

Die vorgesehene Revision von KVV und KLV droht den Zugang weiter einzuschränken. Ihr einseitiger Kostenfokus berücksichtigt die Folgen von MFN nicht ausreichend und gefährdet die Patientenversorgung. Die Vorlage muss deshalb grundlegend und ganzheitlich überarbeitet werden. Die Schweiz braucht ein MFN-kompatibles Preisfestsetzungssystem, das Versorgung, Qualität und Kosten gleichermassen berücksichtigt und den nachhaltigen Zugang zu innovativen Therapien sicherstellt.

Quelle: interpharma

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