Prof. Dr. Sculean wird Vorsitzender der EFP

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Prof. Dr. Anton Sculean ist der Nachfolger des EFP-Präsidenten Priv.-Doz. Dr. Gernot Wimmer. © Prof. Dr. Anton Sculean
Majang Hartwig-Kramer, Dental Tribune D-A-CH

Majang Hartwig-Kramer, Dental Tribune D-A-CH

Mo. 29 Januar 2018

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BERN – Der designierte EFP-Präsident im Gespräch mit Majang Hartwig-Kramer, Redaktionsleitung Dental Tribune D-A-CH.

Im Frühjahr 2017 fand im spanischen Santiago de Compostela die Generalversammlung der European Federation of Periodontology (EFP) statt. Dabei wurde Prof. Dr. Anton Sculean, seit August 2015 geschäftsführender Direktor der Zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern, zum EFP-Vizepräsident 2017–2018 gewählt. Diese Wahl impliziert, dass Prof. Sculean für die Amtsperiode 2018–2019 EFP Präsident werden wird.

Dental Tribune: Sie übernehmen das Amt des EFP-Präsidenten vom Österreicher Priv.-Doz. Dr. Gernot Wimmer. Welche vorrangigen Aufgaben warten auf Sie?

Prof. Dr. Anton Sculean: Die Übernahme der Präsidentschaft der EFP ist gleichzeitig eine große Ehre, aber auch eine große Verantwortung. Meine Vorgänger haben es geschafft, die EFP auf dem Gebiet der Parodontologie und der Implantologie als die wichtigste internationale Fachgesellschaft zu etablieren. Angefangen mit der Durchführung von Konsensuskonferenzen, deren Ergebnisse weltweit als Standard in der Diagnostik und Therapie von parodontalen und periimplantären Erkrankungen gelten, bis zum größten und bedeutendsten Kongress in der Zahnmedizin, die EuroPerio. Damit hat sich die EFP als „Global Player“ eindeutig ihren Platz gesichert. In meiner Amtszeit möchte ich an die von meinen Vorgängern Gernot Wimmer, Juan Blanco und Sören Jepsen aufgegleisten Projekte anknüpfen und die Führungsrolle der EFP auf dem Gebiet der Parodontologie und Implantologie sowohl in Wissenschaft als auch Praxis weiter ausbauen. Meine Priorität ist es, die Bedeutung der parodontalen Gesundheit und der allgemeinen Mundgesundheit bei der etwas älteren Bevölkerung (d. h. bei Senioren ab 60/65 Jahren) zu verbreitern, denn die Mundgesundheit, die sogenannte „Orale Fitness“ zum Erhalt der Kaufunktion, der allgemeinen Gesundheit, der Ästhetik beeinflusst und erhöht die Lebensqualität ja entscheidend. Zudem möchte ich den globalen Einfluss der EFP auf die Parodotologie und Implantologie weiter ausbauen.

29 nationale wissenschaftliche Mitgliedgesellschaften aus Europa, Nordafrika und dem Nahen Osten sind in der EFP vereint. Gibt es nationale Besonderheiten bei der Parodontitisbehandlung?

Die Vielfältigkeit der in der EFP vertretenen Länder bringt sicherlich auch viele Besonderheiten bei der Parodontitisbehandlung mit sich. Diese sind teils durch die Verschiedenheiten in den Gesundheitssystemen, aber auch durch die unterschiedlichen Ausbildungen der Zahnärzte bedingt. Eines der wichtigstes Ziele der EFP ist es deshalb, allen Mitgliedern den „State of the Art“ in der Diagnostik und Therapie zu vermitteln, der dann auf die individuellen Landessituationen adaptiert werden kann.

Die Schweizer Parodontologen haben einen sehr guten Ruf in der Fachwelt. Was ist das typisch Schweizerische, was Sie in Ihre Amtszeit einbringen werden?

Die schweizerische hat zusammen mit der skandinavischen Parodontologie die moderne Prävention, Therapie und Nachsorge entwickelt und geprägt. Die Welt der Zahnärzte erwartet natürlich immer „neue Wunder“ in der Behandlung der Parodontitis, und dadurch geraten manchmal die Grundlagen etwas in den Hintergrund. Ich will alle EFP-Mitglieder deshalb wieder vermehrt für die enorme Bedeutung der „alten“, aber gut bewährten Behandlungskonzepte sensibilisieren, die auf einer strikten Plaquekontrolle, auf präzisem Arbeiten und einer lebenslangen Nachsorge beruhen. Denn „Wunder“ in der Therapie erreichen wir nur durch gut fundierte Konzepte und genaues Arbeiten.

Der Lehrstuhl für Parodontologie in Genf ist ernsthaft bedroht - ein verheerendees Zeichen. Wird der Parodontologie an den Universitäten und in der Öffentlichkeit nicht genügend Aufmerksamkeit zuteil?

Momentan gibt es keine offizielle Stellungnahme von der Universität Genf über die Zukunft des Lehrstuhls für Parodontologie, und deshalb ist zurzeit unklar, wie es genau weitergeht. Würde die Universität Genf diesen für die schweizerische und europäische Parodontologie so wichtigen Lehrstuhl verlieren, wäre das ein großer Rückschritt im weltweiten Kampf gegen die parodontalen Erkrankungen und würde dem international hervorragenden Ruf der Genfer Zahnmedizin großen Schaden zufügen.

Vielen Dank für das Gespräch.

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