Schweizer Modell der Zahnmedizin wird gestärkt

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Schon heute werden Zahnbehandlungen von Patienten in finanziellen Schwierigkeiten von der Sozialhilfe übernommen, sofern sie medizinisch notwendig, angemessen und wirtschaftlich sind. © Andrey_Popov - Shutterstock.com
Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO

By Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO

Fr. 14 Oktober 2022

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NEUENBURG – Ende September haben die Stimmberechtigten des Kantons Neuenburg die Initiative für eine obligatorische Zahnversicherung mit über 63 Prozent abgelehnt. Für die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO stellt dieses Ergebnis eine Stärkung des bestehenden Versorgungsmodells dar. Die SSO ist überzeugt, dass es für Personen mit geringem Einkommen bessere Lösungen gibt als eine obligatorische Zahnversicherung.

Die Stimmberechtigten des Kantons Neuenburg haben kürzlich klar Nein gesagt zur geplanten Einführung einer obligatorischen Zahnversicherung. Die SSO hat sich immer gegen ein Versicherungsobligatorium ausgesprochen. Eine obligatorische Zahnversicherung würde das bewährte Modell der zahnärztlichen Versorgung gefährden. Dieses Modell beruht auf der Erkenntnis, dass sich durch eine regelmässige und sorgfältige Mundpflege die meisten Zahnerkrankungen vermeiden lassen.

Zahnärzte und Patienten legen Behandlungen gemeinsam fest. Dank dieser Therapiefreiheit ist der Kostenanstieg in der Zahnmedizin wesentlich moderater als in anderen Bereichen der medizinischen Versorgung. Das zahnmedizinische Modell der Schweiz ist im internationalen Vergleich effizient: Eigenverantwortung und die Therapiefreiheit haben sich bewährt. So ist die Karies bei Kindern in den letzten 50 Jahren um 90% zurückgegangen, und die Menschen leben heute länger in guter Zahngesundheit, und das ohne obligatorische Versicherung.

Nachdem bereits ähnliche politische Ansinnen in der Waadt und in Genf abgelehnt wurden, sagt jetzt auch die Stimmbevölkerung des Kantons Neuenburg Nein zu einer obligatorischen Zahnversicherung. Gleichwohl bleibt das Thema auf der politischen Agenda. In zwei weiteren Kantonen wurden ähnliche Initiativen eingereicht. Die SSO wird sich weiter dagegen engagieren und mithelfen, das bestehende Modell zu verbessern. Schon heute werden Zahnbehandlungen von Patienten in finanziellen Schwierigkeiten von der Sozialhilfe übernommen, sofern sie medizinisch notwendig, angemessen und wirtschaftlich sind. Eine solch gezielte Unterstützung ist sinnvoller als eine teure Pflichtversicherung.

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