Dental Tribune Switzerland

Was tun bei Non-Compliance im Kindesalter?

Von Roman Wieland
September 09, 2010

OBERUZWIL - In Bezug auf den Zahnarzt, werden Kinder schon sehr früh geprägt. Oftmals werden die  Probleme der Eltern auf das Kind übertragen.

Sagt die Mutter ihrem Kind „Muesch kei Angst ha, es tuet nöd weh“, hört das Kind nur „Angst“ und „Weh“, obwohl die Behandlung noch nicht einmal begonnen hat. Für Dr. Hubertus van Waes, Zürich, sind Desinteresse aus z.B. kulturellen Gründen, genereller Ängstlichkeit, Erfahrungen und Schmerz, Grund  für Non-Compliance. Beim Umgang mit Non-Compliance Patienten sind folgende Punkte zu beachten:

  • Aufklärung (Tag der offenen Tür, um die Praxis auf spielerische Art und Weise kennenzulernen)
  • Distraktion (ablenkendes Objekt, z.B. Fernseher oder Mobile)
  • Motivations-Training
  • Schmerzvermeidung/-kontrolle
  • Sedation.

Die Schmerzempfindung ist stark abhängig von Angst, Stress, Müdigkeit, Erfahrung und Erwartung. Das Ziel für das Kind ist der Kontrollgewinn, ein Kind lebt im „Jetzt“. Auf Festhalten, Schläge oder Liebesentzug soll unbedingt verzichtet werden. Der beste Weg die Compliance zu fördern ist Empathie und Vertrauen. Compliance braucht Vertrauen, hier ist besonders die Bindung zu den Eltern ausschlaggebend. Angst aktiviert das Bindungsbedürfnis, die Eltern sollten deshalb im  Behandlungszimmer anwesend sein. Auf keinen Fall soll ein Kind unter Schmerzen behandelt werden, denn dies könnte Langzeitfolgen für die Schmerzempfindlichkeit haben. Schmerzen bei Kindern müssen ernst genommen und konsequent behandelt werden. Eine Möglichkeit ist die Gabe von hochdosiertem Paracetamol vor der Behandlung, evtl. sogar noch in Kombination mit Brufen, um das volle Spektrum auszuschöpfen. Zur Behandlung von Kindern empfiehlt Dr. van Waes unbedingt einen Bildschirm zu installieren. Das Problem liegt dann nicht mehr in der Behandlung, sondern entsteht, wenn der Film am Ende der Sitzung noch nicht zu Ende ist.

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