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Ein Berufsfeld im Umbruch – Der ärztliche Nachwuchs fehlt

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Mo. 8 Juni 2026

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Bern – 2025 waren in der Schweiz 44.612 Ärzte tätig, mehr als im Vorjahr. Dennoch reicht dieser Zuwachs nicht aus, um den steigenden Behandlungsbedarf und den demografischen Wandel aufzufangen. Das Gesundheitssystem bleibt zudem stark auf Ärzte mit ausländischem Diplom angewiesen.

Die FMH-Ärztestatistik 2025 zeigt: Der Fachkräftemangel gefährdet die langfristige Versorgung. Das Durchschnittsalter der Ärzteschaft liegt bei 50 Jahren, ein Viertel ist 60 oder älter. Gleichzeitig sank die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in den letzten zehn Jahren von 46 auf 43 Stunden.

Hohe Abhängigkeit vom Ausland

Die Schweiz deckt ihren Bedarf an ärztlichem Nachwuchs nach wie vor nicht aus eigener Kraft. 43 Prozent der berufstätigen Ärzte haben ihr Medizinstudium im Ausland absolviert. Auch bei den neu erworbenen Facharzttiteln zeigt sich die Abhängigkeit deutlich: Mehr als die Hälfte der Ärzte mit eidgenössischem Facharzttitel verfügt über ein ausländisches Arztdiplom. Hinzu kommt die Anerkennung zahlreicher ausländischer Facharzttitel.

Grundversorgung besonders unter Druck

Zwar ist die Ärztedichte insgesamt mit jener der Nachbarländer vergleichbar, doch in der Grundversorgung bleibt die Lage angespannt. Mit lediglich 0,9 Vollzeitäquivalenten pro 1.000 Einwohner ist die Dichte tief, und bereits ein Drittel der hausärztlichen Praxen nimmt keine neuen Patienten mehr auf. Dabei fehlt es nicht am Interesse an der Grundversorgung: Ärzte, die ihre Weiterbildung in der Schweiz absolvieren, wählen weiterhin häufig entsprechende Fachrichtungen. Ärzte aus dem Ausland sind dagegen überdurchschnittlich oft in Spezialdisziplinen tätig und deutlich seltener in der Grundversorgung.

Jetzt braucht es entschlossene Maßnahmen

Die Zahlen machen deutlich: Die Schweiz bildet zu wenig aus. Zusammen mit Kostendruck und hoher administrativer Belastung schmälert dies die Zeit für die eigentliche Kernaufgabe – die Behandlung von Patienten. Nötig sind deshalb mehr Studienplätze in Humanmedizin, zusätzliche Aus- und Weiterbildungsplätze, insbesondere im ambulanten Bereich, sowie bessere Arbeitsbedingungen. Dazu gehören administrative Entlastung, familienfreundliche Arbeitszeitmodelle und eine Digitalisierung mit echtem Nutzen für den Berufsalltag.

Quelle: FMH

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