BASEL – Gibt es Hausmittel, wie Frischhaltefolie, die eine Alternative zur Zahnrettungsbox bieten? Um das herauszufinden, haben Schweizer Forscher fünf Optionen des Transports von herausgebrochenen Zähnen nach Unfällen miteinander verglichen.
Bei einer unfallbedingten Avulsion eines oder mehrerer Zähne sind Zahnrettungsboxen ein zuverlässiges Mittel, denn die mit Nährstoffen angereicherte Box schafft die besten Voraussetzungen für eine Replantation der Zähne. Allerdings ist solch eine Box nicht unbedingt immer zur Hand.
Wie eine schweizerische Studie belegt, ist dies auch nicht nötig. So bringt Frischhaltefolie ebenfalls alle Eigenschaften mit, um den Erhalt der Zellen auf der Wurzelhaut zu gewährleisten. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher der Universität Basel, als sie die Lagerungsqualitäten von Frischhaltefolie untersuchten und diese mit denen von Zahnrettungsboxen, ultrahocherhitzter Milch, Wasser und isotonischer Salzlösung verglichen.
Das Team untersuchte 35 kariesfreie dritte Molare, die 21 weiblichen und 14 männlichen Probanden mit einem Durchschnittsalter von 26,5 Jahren entfernt wurden. Direkt nach der Extraktion legten die Forscher in jede der fünf Transportoptionen sieben Molare. Abgesehen von der ultrahocherhitzten Milch, die sie kühl hielten, lagerten sie die Proben bei Raumtemperatur. Für jede Transportvariante prüften sie drei verschiedene Lagerzeiträume: zwei, sechs und 24 Stunden. Anschließend wurden die Zähne kultiviert, um nach zwei, sieben und 14 Tagen das Zellwachstum zu analysieren.
Die im SWISS DENTAL JOURNAL SSO veröffentlichte Pilotstudie zeigte keine signifikanten Unterschiede zwischen den Transportmöglichkeiten – abgesehen von Wasser. Aufgrund des niedrigen Zellwachstums und der höchsten Kontaminationsrate der Proben sei Wasser zur Lagerung avulsierter Zähne weniger geeignet.
Die Zahnrettungsbox, Milch und Salzlösung bestätigten die Ergebnisse älterer, bereits bekannter Studien und wiesen eine deutlich höhere Proliferation auf – ebenso wie Frischhaltefolie. Bei ihr lag der Wert der Proliferation nach zwei und sechs Stunden bei 86 Prozent. Nach 24 Stunden hatte sich das Zellwachstum in der Frischhaltefolie allerdings halbiert. Die Baseler Forscher gehen davon aus, dass nach diesem langen Zeitraum die Nährstoffe in der Folie aufgebraucht waren.
Somit hat sich Frischhaltefolie in jedem Fall für die Rettung ausgeschlagener Zähne bewährt. Zumindest, wenn eine zahnärztliche Behandlung nach wenigen Stunden möglich ist.
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