Dental Tribune Switzerland

Zahnschädigung durch alkalische Substanzen nachgewiesen

Von Universität Göteburg
November 16, 2009

GÖTEBURG – Substanzen mit einem hohen pH-Wert können den organischen Teil des Zahnes zerstören und den Zahnschmelz ungeschützt lassen. Das fanden Wissenschaftler der Universität Göteburg heraus.

Bekannt ist, dass Säuren zu Erosionen führen können. Forscher der Sahlgrenska Academy der Universität Göteburg veröffentlichten nun die Ergebnisse einer Studie, in der sie die Wirkung von alkalischen  Substanzen uf Zähne testeten. „Die Studie zeigt, dass das Einwirken von alkalischen Substanzen in einem
lädierten Zahn resultieren kann. Aber der Prozess unterscheidet sich allerdings vom Einwirken säurehaltiger Getränke und sauren Industriedämpfen“, so Fabian Taube, Hygienebeauftragter und einer der Mitglieder des Wissenschaftsteams.

Die Instandsetzung von Autos zog die Aufmerksamkeit der Forscher auf sich. Dabei wurde ein Kaltreiniger mit einem pH-Wert zwischen 12 und 14, was sehr alkalisch ist, auf verschiedene Autoteile gesprüht. Alkalische Kaltreiniger werden oft in einigen Industriebereichen verwendet, etwa für die Reinigung von professionellen Küchen oder für die Entfernung von Graffitis.

Bei der Studie ließen die Wissenschaftler Kaltreiniger und weitere basische Lösungen auf extrahierte Zähne einwirken. Sie untersuchten die Schmelzproben mit einem Rasterelektronenmikroskop und nutzten zur Analyse das flammenatomabsorptionsspektroskopische Verfahren. Ergebnis war, dass sich das organische Material an der Zahnoberfläche schnell zersetzt. „Durch die Substanz wurde die Zahnoberfläche beschädigt. Das Resultat war ein ‚flockiger‘ Zahnschmelz“, so Prof. Jörgen Norén von der Sahlgrenska Academy, und weiter: „Diese Form der Zerstörung steigert das Kariesrisiko.“ Die Zahnschädigung durch alkalische Substanzen sei nicht so verbreitet wie die von säurehaltigen Substanzen. Aber es würde zu einem Problem, wenn Arbeitgeber ihre Arbeitnehmer nicht über die Risiken informieren und ihnen auch keinen Arbeitsschutz geben, so Taube.

Zu den Forschungsergebnissen erklärt Wissenschaftler Taube abschließend: „Allerdings konnten wir nicht nachweisen, dass die alkalischen Substanzen die Beschaffenheit der Minerale, die Hauptbestandteile des Schmelzes, ändert, das ist der entscheidende Unterschied zum Wirken säurehaltiger Getränke.“ Die Studie wurde unter anderem mit Mitteln aus dem Schwedischen Rat für Arbeit und Sozialforschung (FAS) und der Magnus Bergvall Stiftung durchgeführt und kürzlich im Journal of Dentistry unter dem Titel: „Morphological and chemical characterization of tooth enamel exposed to
alkaline agents“ veröffentlicht.

(Erstmals erschienen in der Dental Tribune Germany 11/2009.)

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