Erste Stiftungsprofessur der UniBE Foundation

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Die neue Stiftungsprofessur für Gewebehistologie soll das Verständnis von Geweberegeneration massgeblich erweitern und dazu beitragen, die Therapie von Patientinnen und Patienten zu verbessern. © PeopleImages.com - Yuri A - Shutterstock.com
Universität Bern

By Universität Bern

Fr. 19 August 2022

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BERN – Dank der Unterstützung des Unternehmers und Gründers der Straumann Group, Dr. h.c. Thomas Straumann, kann die Universität Bern eine Stiftungsprofessur für Gewebehistologie errichten. Diese wird nach dem renommierten Anatomen und Knochenspezialisten Robert K. Schenk benannt und am Robert K. Schenk Labor für Orale Histologie der Zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern angesiedelt. Die mit 10 Millionen dotierte Stiftungsprofessur ist die erste Donation, welche die neu gegründete UniBE Foundation entgegennehmen darf.

Die Gewebehistologie ist von zentraler Bedeutung bei der Erforschung und Verwendung von Implantaten, beispielsweise in der orthopädischen Chirurgie oder in der dentalen Implantologie, sowie bei der Regeneration von Geweben. Für die Regeneration, also die Wiederherstellung von Geweben, werden sehr häufig Biomaterialien wie etwa Knochenersatzmaterialien aus Granulat verwendet. Diese müssen eingehend getestet werden, bevor sie beim Menschen eingesetzt werden dürfen. Dabei wird im Labor untersucht, wie ein Gewebe auf neue Biomaterialien reagiert – unter anderem, ob diese wirksam und unbedenklich sind. Zudem ermöglichen präklinische Studien mit Hilfe der Gewebehistologie meist eine Verbesserung von Therapien. Entsprechend soll die neue Stiftungsprofessur für Gewebehistologie das Verständnis von Geweberegeneration massgeblich erweitern und dazu beitragen, die Therapie von Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Ehrung des Lebenswerks von Robert K. Schenk

Benannt wird die Stiftungsprofessur nach Robert K. Schenk, einem renommierten Experten der Knochenbiologie und Knochenheilung. Weltberühmt wurde Robert K. Schenk in den 60er Jahren durch seine Studien zur Osteosynthese, der operativen Verbindung von Knochen unter anderem mit Platten oder Schrauben, um die Bruchstücke wieder zusammenwachsen zu lassen. Er war mit Fritz Straumann befreundet, dem Sohn des Gründers der damaligen Straumann Holding AG in Waldenburg, Prof. Dr. h.c. Reinhard Straumann, dessen Firma Werkstoffe und Implantate unter dem Namen Synthes für Osteosynthese-Implantate herstellte und weltweit vertrieb.

1971 wechselte Robert K. Schenk von Basel nach Bern an das Anatomische Institut, wo er zusammen mit Maurice E. Müller im Bereich der Gelenkprothetik forschte. Nach seiner Emeritierung begann eine dritte, enge Zusammenarbeit mit Daniel Buser an den Zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern, welche gemeinsam erfolgreich eine spezielle Titanoberfläche für Zahnimplantate testeten, die dann von der heutigen Straumann Gruppe marktfähig gemacht und weltweit zum Erfolg geführt wurde.

Für seine Verdienste wurde Robert K. Schenk von der Universität Bern bereits durch ein Labor in seinem Namen geehrt: das Robert K. Schenk Labor für Orale Histologie, das sich im Gebäude von sitem-insel befindet, dem Schweizerischen Institut für Translationale Medizin und Unternehmertum. Nun wird ihm zu Ehren mit Unterstützung von Thomas Straumann die Robert K. Schenk Professur für Gewebehistologie errichtet. Die Stiftungsprofessur wird dem Robert K. Schenk Labor für Orale Histologie angegliedert und über eine Laufzeit von 20 Jahren mit einem Betrag von insgesamt 10 Millionen Franken finanziert.

«Die neue Stiftungsprofessur bedeutet für die Universität Bern wie auch für den Medizinalstandort Bern eine Stärkung der zahnmedizinischen, kieferchirurgischen und orthopädischen Forschung», sagt Christian Leumann, Rektor der Universität Bern. «Zudem kann dadurch die Lehre und Nachwuchsförderung im Bereich der Oralen Histologie für die nächsten 20 Jahre auf einem weiterhin hohem Niveau gesichert werden».

Für den Donator Thomas Straumann ist die Unterstützung der Stiftungsprofessur ein persönliches Anliegen: «Ich bin Robert K. Schenk für seine Leistungen und seine Freundschaft mit mir und meinem Vater zutiefst dankbar und möchte ihm, der Universität Bern und der Gesellschaft etwas zurückgeben». Er und sein Vater, Fritz Straumann, seien Robert K. Schenk eng verbunden gewesen: «Deshalb war es mein und Daniel Busers Wunsch, dass die Stiftungsprofessur nach ihm benannt wird».

Aus der mehr als 40jährigen Zusammenarbeit von Robert K. Schenk mit der Firma Straumann in verschiedenen Forschungsbereichen gingen zahlreiche Innovationen hervor, unter anderem zur Knochenheilung im Zusammenhang mit Zahnimplantaten. «Robert K. Schenk verdanken wir viel Wissen über die Abläufe bei der Heilung, Entwicklung und Reparatur von Knochen», sagt Anton Sculean, Klinikdirektor der Klinik für Parodontologie der Zahnmedizinischen Kliniken der Universität Bern. Entsprechend beschränkt sich die Robert K. Schenk Professur für Gewebehistologie nicht nur auf die orale Histologie, sondern soll Forschungsgruppen aus diversen Bereichen wie etwa der Orthopädie verbinden.

Erste Stiftungsprofessur der UniBE Foundation

Die Donation wird der neu gegründeten UniBE Foundation übergeben, die damit erstmals eine Stiftungsprofessur an der Universität Bern errichten kann. Die UniBE Foundation ist eine gemeinnützige Stiftung der Universität Bern. Gemeinsam mit Privatpersonen, Unternehmen und Stiftungen stärkt sie die Berner Hochschule in ihren strategischen Vorhaben und unterstützt gezielt wegweisende Forschung in den Bereichen Wirtschaft der Zukunft, nachhaltige Lebensräume und ethische Lebensqualität. Für Heinz Karrer, Präsident UniBE Foundation, ist diese erste Stiftungsprofessur eine besondere Erfolgsgeschichte: «Wir freuen uns sehr, dass mit der Stiftungsprofessur das Lebenswerk von Robert K. Schenk geehrt werden kann – dieses ist auch ein hervorragendes Beispiel für die seit Jahrzehnten bestehende translationale Forschung im Bereich Zahnmedizin und Orthopädie auf dem Platz Bern».

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