Bern – Ärzte in der Grundversorgung bewerten die Gesamtleistung des Schweizer Gesundheitssystems als sehr gut oder gut. Mit ihrer eigenen Tätigkeit sind fast acht von zehn Ärzte ziemlich bis sehr zufrieden, obwohl sich die Hälfte sehr gestresst oder äusserst gestresst fühlt.
Dies zeigt eine internationale Befragung, die unter der Schirmherrschaft der Stiftung Commonwealth Fund in zehn Ländern durchgeführt wurde.
Neun von zehn Ärzten bewerten die Gesamtleistung des Schweizer Gesundheitssystems in der Befragung von 2025 als sehr gut oder gut – die beste Bewertung im internationalen Vergleich. Mit ihrer ärztlichen Tätigkeit sind fast acht von zehn Ärzten in der Schweiz ziemlich bis sehr zufrieden, mit ihrem Arbeitspensum und ihrer Work-Life-Balance hingegen weniger als die Hälfte.
Während sich vor zehn Jahren noch drei von zehn Ärzten in der Schweizer Grundversorgung als äusserst gestresst oder sehr gestresst bezeichneten, sind es 2025 bereits fünf von zehn. Auch wenn Ärzte in der Schweiz im Vergleich mit anderen Ländern seltener emotionalen Stress in Form von Angst, grosser Traurigkeit, Wut oder Hoffnungslosigkeit erleben, ist rund ein Drittel von ihnen davon betroffen. Das subjektive Burn-out-Niveau ist in der Schweiz zwar weniger problematisch als in anderen Ländern, dennoch schätzt fast ein Fünftel der Ärzte sich selbst als gefährdet oder betroffen ein.
Demografische Zusammensetzung und Praxistypen
Die Altersstruktur der Ärzte in der Schweizer Grundversorgung ist trotz Verbesserungen in den letzten Jahren auch 2025 weiterhin nicht ausgewogen. Fast die Hälfte von ihnen ist 55 Jahre oder älter. Nur knapp ein Viertel der Ärzte ist jünger als 45 Jahre. Diese Altersstruktur deutet auf einen künftigen Hausärztemangel hin. Der überwiegende Teil des hausärztlichen Nachwuchses ist weiblich, während in den höheren Altersklassen der Männeranteil überwiegt. Vier von zehn der 60- bis 64-jährigen Ärzte in der Schweiz planen, mit
65 Jahren in den Ruhestand zu gehen. Allerdings hat nur rund ein Viertel von ihnen bereits eine Nachfolgeregelung für die Praxis gefunden.
Immer mehr Ärzte der Grundversorgung arbeiten im Vergleich zu früheren Befragungen in Gruppen- statt in Einzelpraxen. In acht von zehn Fällen sind die Praxen dabei im Besitz der Ärzte. Praxen, die sich nicht im ärztlichen Besitz befinden, gehören in der Regel einem Spital, einem Spitalverbund oder einer privaten Beteiligungsgesellschaft.
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