Dental Tribune Switzerland

3. Internationales Gerodontologie Symposium Bern

By Majang Hartwig-Kramer, Dental Tribune
March 12, 2021

BERN - ISGB-Teilnehmer erwartet Informatives und Innovatives aus Wissenschaft und Praxis. Prof. Dr. Martin Schimmel, Direktor der Klinik für Rekonstruktive Zahnmedizin und Gerodontologie, im Gespräch mit Majang Hartwig-Kramer, Redaktionsleitung Dental Tribune D-A-CH.

Die Veranstaltung zum Thema «Gerodontologie: mein neues Arbeitsfeld» wird erstmals als Hybrid-Symposium mit Livestreaming durchgeführt. Der Kongress ist dreisprachig. Eine Simultanübersetzung Deutsch/Französisch/Englisch und Japanisch wird angeboten.

Am 9. und 10. April 2021 findet bereits zum 3. Mal das Internationale Gerodontologie Symposium Bern (ISGB) statt. Welchen Herausforderungen musste und muss sich das Organisationsteam stellen, um eine Veranstaltung in Pandemiezeiten auf die Beine zu stellen?

Wir planen seit über einem Jahr diesen Kongress und haben bei der Organisation von Anfang an immer im Hinterkopf gehabt, dass die pandemische Lage unsicher sein könnte. Die Schweizerische Gesellschaft für Alters- und Special-Care-Zahnmedizin musste letztes Jahr kurzfristig ihren Jahreskongress absagen, daher waren wir vorgewarnt. Von Beginn an haben wir auf eine «hybride» Kongressorganisation gesetzt. Das bedeutet, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können unter einem durchdachten, von den Behörden genehmigten Schutzkonzept entweder vor Ort am Kongress teilnehmen oder im Homeoffice den Vorträgen folgen und die Angebote der Industriepartner wahrnehmen.

Der Kongress wird also in jedem Fall parallel online stattfinden, sodass wir auf die pandemische Situation reagieren können. Dies hat überdies den Vorteil, dass im Nachgang der Kongress on demand abrufbar ist, wenn man am 9. oder 10. April keine Zeit hätte oder aber auch, wenn man bestimmte Referate noch einmal anschauen möchte.

Diese Organisation ist natürlich um einiges komplexer als bei einem reinen Präsenzkongress. Wir arbeiten mit Firmen zusammen, die auf große Erfahrung im Bereich von Online-Kongressen zurückgreifen können. Dafür wird im Veranstaltungsort, im Kursaal in Bern, professionelle Multimediatechnik zum Einsatz kommen und die Onlineplattform auf die Bedürfnisse unseres Kongresses optimal zugeschnitten. Gleichzeitig soll aber eine Präsenzteilnahme möglich sein, wenn dies im April wieder erlaubt sein sollte.

Mit wie vielen Teilnehmenden rechnen Sie? Können sich auch Interessierte aus Deutschland und Österreich anmelden?

Bei den ersten beiden Ausgaben unseres Symposiums 2015 und 2018 waren jeweils über 500 Teilnehmer in Bern dabei, was für einen Gerodontologie-Kongress sehr viel ist. Dies zeigt uns aber auch das Interesse in der Kollegenschaft.

Wir rechnen diesmal mit mindestens ebenso vielen Teilnehmern. Wir erhoffen uns, dass durch die Liveübertragung via Internet und das On-demand-Angebot vielleicht sogar noch mehr Interessierte erreicht werden können, gerade auch aus Deutschland und Österreich. Wir haben einen wirklich internationalen Kongress gestaltet, daher bieten wir eine Simultanübersetzung aller, nicht auf Deutsch gehaltenen, Vorträge an.

Das Thema des Symposiums lautet «Gerodontologie: mein neues Arbeitsfeld». Welche Themenkomplexe haben Sie vorbereitet?

Wir, das Organisationskomitee, sind der Ansicht, dass die Zeit reif ist, die konkreten Konzepte in der Alterszahnmedizin zu präsentieren, die in der Privatpraxis Erfolge zeigen. Dafür haben wir einen spannenden Referentenmix von engagierten niedergelassenen Zahnärztinnen und Zahnärzten und Hochschuldozentinnen und -dozenten gewinnen können. Der Kongress ist in vier Themenblöcke aufgeteilt:

  1. Logistik und rechtliche Aspekte,
  2. Über den Mund hinaus,
  3. Betreuungskonzepte und
  4. Die Perspektiven der Patienten.

Gerade der vierte Aspekt findet häufig wenig Beachtung und liegt mir persönlich besonders am Herzen.

Das Referententeam kommt aus acht Nationen – spielt die internationale Vernetzung auch in der Gerodontologie eine immer größere Rolle?

Wir erwarten durch die Einbindung der Schweizerischen, Europäischen und Japanischen Fachgesellschaften für Gerodontologie einen sehr facettenreichen Kongress.

Die Herausforderungen in der Alterszahnmedizin gleichen sich nahezu in allen Ländern. Die Länder gehen jedoch ganz unterschiedlich vor und bisher konnte noch kein goldener Weg aufgezeigt werden. Am weitesten fortgeschritten sind die Konzepte sicher in Japan, das Land mit der am schnellsten alternden Bevölkerung, daher haben wir auch die japanische Fachgesellschaft eingeladen. In Europa sind wir noch nicht so weit, aber es gibt bei uns doch schon langjährig etablierte Konzepte. Wir denken daher, dass es ganz wichtig ist, den Blick über die Grenzen zu wagen, sodass die niedergelassene Zahnärztin, der niedergelassene Zahnarzt sich einen Überblick verschaffen kann.

Die Teilnehmenden erwarten von so einem Symposium verstärkt auch Informationen, die sich unmittelbar in den Praxisalltag integrieren bzw. anwenden lassen. Wird das Symposium diesen Wünschen gerecht?

Unser Ziel ist es, den Kolleginnen und Kollegen Informationen zu geben, die sie am Montag darauf verwenden können. Präventionskonzepte, Kariesmanagement oder einfache Extraktionen bei Pflegebedürftigen gehören genauso dazu wie logistische, allgemeinmedizinische und patientenbezogene Aspekte. Wir behandeln ja selber viele alte und gebrechliche Patienten und erfahren von Kolleginnen und Kollegen, was für sie wichtig ist. Mit dieser praxisbezogenen Sichtweise haben wir den Kongress geplant.

Wird es auch vor Ort im Kursaal in Bern eine Industrieausstellung geben?

Wir freuen uns, dass der Kongress wieder von Firmen unterstützt wird, die aktiv in der Alterszahnmedizin unterwegs sind. Ohne diese Firmen wäre der Kongress nicht durchführbar und die tägliche Arbeit am Patienten nicht vorstellbar. Sie sind daher wichtige Partner für uns, und wir hoffen, eine Industrieausstellung vor Ort durchführen zu können, wenn dies aufgrund der pandemischen Lage möglich ist. Die Onlineplattform wird ebenso reichhaltige Informationen und Angebote enthalten.

Vielen Dank für das Gespräch.

Weitere Informationen und Anmeldung unter www.bern-co.com/de/kongresse-symposien/3-internationales-gerodontologie-symposium.

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