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Mentale Gesundheit in der Zahnmedizin: FDI startet globale Initiative

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Dental Tribune Schweiz

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Fr. 20 März 2026

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Genf – Die World Dental Federation (FDI) treibt das Thema psychische Gesundheit und Wohlbefinden in der Zahnmedizin weltweit voran. Mit dem Projekt «Psychische Gesundheit und mentale Stärke in der Zahnmedizin» rückt sie einen Bereich in den Fokus, der lange zu wenig Beachtung fand.

Ziel ist es, praxistaugliche und wissenschaftlich fundierte Unterstützung bereitzustellen und eine Kultur zu stärken, in der Belastungen offen angesprochen, früh erkannt und Hilfe selbstverständlich wird.

Untersuchungen und Gespräche im Rahmen des Projekts zeigen: Stress, Erschöpfung und psychische Belastungen sind unter Zahnärzten ebenso wie unter Zahnmedizinstudierenden weitverbreitet. Ursachen sind unter anderem lange Arbeitszeiten, hohe emotionale Anforderungen, starker Leistungsdruck und ungünstige
Rahmenbedingungen im Arbeitsalltag. Das Projekt zeigt: Mentale Gesundheit ist nicht nur eine individuelle Herausforderung, sondern auch eine Frage der Rahmenbedingungen in Ausbildung und Beruf. Damit daraus echte Fortschritte entstehen, hat die Initiative praxistaugliche Hilfen entwickelt, die sich in unterschiedlichen Ländern und Kontexten nutzen lassen. Dazu gehört ein digitales Toolkit für Fachkräfte, Teams und nationale zahnärztliche Verbände mit Empfehlungen und Checklisten für die persönliche Ebene, das Team und die Organisation. Ergänzend steht ein Planungsrahmen zur Verfügung, mit dem Organisationen Massnahmen systematisch entwickeln, umsetzen und evaluieren können.

Für Studierende gibt es eigene Angebote, etwa Leitfäden zur gegenseitigen Unterstützung, kurze Achtsamkeitsübungen, Werkzeuge zur Stressbewältigung und Materialien für Interessenvertretung. Hinzu kommt ein kostenloser Onlinekurs («Psychische Gesundheit stärken: vom Studium bis zur Praxistätigkeit». Eine Podcast-Reihe greift das Thema ebenfalls auf und hilft, Vorurteile und Scham abzubauen.

Neben diesen Ressourcen hat das Projekt die Debatte im Beruf sichtbar vorangebracht, wie durch Beiträge auf internationalen Veranstaltungen wie dem FDI World Dental Congress. Die Wirkung des Projekts eht über einzelne Hilfsmittel hinaus. Verbände und Einrichtungen erhalten praxisnahe Ansätze, um Wohlbefinden langfristig zu fördern, Ausbildungs- und Arbeitsbedingungen weiterzuentwickeln und weitere Forschung anzustossen, auch mit Blick auf die Patientensicherheit.

Im nächsten Schritt stehen Umsetzung, Evaluation und die dauerhafte Einbindung der Berufsgruppe im Mittelpunkt, damit die Massnahmen im Alltag wirksam werden.
Das Projekt zeigt, welches Potenzial entsteht, wenn die Zahnmedizin mentale Gesundheit als festen Bestandteil einer sicheren, menschlichen und nachhaltigen Versorgung versteht.

Quelle: FDI

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