Bern – Am Sonntag haben 70,16 Prozent der Tessiner Stimmberechtigten die Initiative für eine obligatorische Zahnversicherung abgelehnt. Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO sieht das bestehende Versorgungsmodell gestärkt. Dieses setzt auf Prävention, Eigenverantwortung und die gezielte Unterstützung von armutsgefährdeten Personen.
Der Kanton Tessin sagt Nein zur Initiative für eine obligatorische Zahnversicherung. Plinio Rondi, Präsident der Sektion Ticino der Schweizerischen Zahnärzte-Gesellschaft SSO, begrüsst den Entscheid.
«Das Resultat zeigt, dass die Tessiner Bevölkerung auf wirksame und finanzierbare Lösungen setzt. Prävention und gezielte Unterstützung sind effizienter als eine neue Pflichtversicherung.»
Ähnliche politische Forderungen wurden bereits in den Kantonen Waadt, Genf und Neuenburg abgelehnt. Die SSO hat sich dabei stets gegen eine obligatorische Versicherung ausgesprochen. Denn sie ist überzeugt, dass damit das bewährte Schweizer Modell der zahnärztlichen Versorgung gefährdet wäre. Es setzt auf Eigenverantwortung und die freie Wahl der zahnmedizinisch sinnvollsten Behandlung. Menschen mit einem geringen Einkommen brauchen gezielte Unterstützung. Es gibt aber bessere Lösungen als eine teure Versicherung. Die SSO engagiert sich deshalb für die stetige Verbesserung des bestehenden Versorgungssystems, beispielsweise mit dem Projekt «Mundgesundheit für alle», das für armutsgefährdete Menschen den Zugang zur Zahnmedizin erleichtert.
Das Schweizer Modell der Zahnmedizin ist wirksam und effizient. Es trägt dazu bei, die Kosten im Griff zu behalten. Und auch den Patientinnen und Patienten kommt dieses System zugute. So ist bei Kindern die Karies in den letzten 50 Jahren um 90 Prozent zurückgegangen, und die Menschen leben heute länger mit guten Zähnen – ganz ohne Pflichtversicherung.
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